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Recruiting · 3 Min. Lesezeit

Mitarbeiter gewinnen:
Was auf deine Karriereseite gehört.

Wer heute Fachkräfte sucht, konkurriert mit Betrieben, bei denen eine Bewerbung zwei Minuten dauert. Was auf einer Karriereseite stehen sollte, damit jemand sich überhaupt meldet.

Das Wichtigste in Kürze
  • Wer schon Arbeit hat, bewirbt sich abends nicht mit Anschreiben und Lebenslauf
  • Ein kurzes Formular auf dem Smartphone senkt diese Hürde
  • Den Lebenslauf holst du dir im ersten Telefonat
  • Eine Karriereseite braucht konkrete Angaben statt Floskeln
  • Eigene Fotos und Sätze von Mitarbeitern sagen mehr als Stockbilder

Das Problem klassischer Stellenanzeigen

Wenn ein Geselle, eine Steuerfachangestellte oder eine Zahnmedizinische Fachangestellte heute auf Jobsuche geht, hat sie in vielen Regionen die Wahl zwischen mehreren Betrieben.

Trotzdem verlangen viele Betriebe immer noch den klassischen Bewerbungsweg: „Bitte senden Sie uns Ihre vollständigen Unterlagen mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen per E-Mail oder Post.“

Wer abends müde auf der Couch sitzt, setzt sich dafür selten nochmal an den PC. Am Interesse liegt es selten; der Aufwand ist einfach größer als der Leidensdruck im aktuellen Job.

Die Lösung: Die 60-Sekunden-Expressbewerbung

Der wirksamste Hebel ist, den ersten Schritt klein zu machen. Auf die Karriereseite gehört dafür ein kurzes Formular, das sich am Handy ausfüllen lässt.

Der Bewerber beantwortet mit wenigen Klicks 3 bis 4 einfache Fragen zu seiner Erfahrung (z. B. „Hast du eine abgeschlossene Ausbildung?“, „Wie viele Jahre Berufserfahrung bringst du mit?“). Am Ende gibt er Name und Telefonnummer an – fertig.

Erst einmal ohne Lebenslauf und ohne Anschreiben. Die Unterlagen klärst du im ersten kurzen Telefonat. Der Vorteil liegt beim Zeitpunkt: Du sprichst mit jemandem, der sich sonst gar nicht erst gemeldet hätte.

Was auf der Karriereseite stehen sollte

Damit jemand seine Daten einträgt, braucht er einen Grund. Sätze wie „Wir bieten ein dynamisches Team und leistungsgerechte Bezahlung“ stehen auf jeder zweiten Seite und sagen deshalb nichts. Konkret wird es so:

  • Echte Teamfotos: Keine Stock-Bilder von lachenden Menschen im Anzug. Zeige dein echtes Team auf der Baustelle, am Empfang oder im Kanzleialltag.
  • Konkrete Vorzüge: Bietest du eine 4-Tage-Woche? Moderne Maschinen? Ein bezahltes Jobrad? Zeige es klar und visuell.
  • Stimmen von Mitarbeitern: Lass deine eigenen Gesellen oder Assistentinnen zu Wort kommen. Wer überlegt zu wechseln, liest das genauer als jeden Werbetext.

Barrierefreiheit mitdenken

Eine Karriereseite, die sich nur mit der Maus bedienen lässt, schließt Leute aus. Ob dein Betrieb dazu gesetzlich verpflichtet ist, hängt von Größe und Angebot ab; für viele kleine Betriebe gilt die Pflicht nicht. Was das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verlangt und für wen, steht in meinem Beitrag Barrierefreie Webseiten: Was das BFSG für KMU bedeutet.

Fazit: Mach es Bewerbern so einfach wie möglich

Wer heute Fachkräfte gewinnen will, sollte den Bewerbungsweg so ansehen wie ein Kunde einen Bestellvorgang: Jeder zusätzliche Schritt und jedes überflüssige Formularfeld ist eine Stelle, an der jemand abbrechen kann.

Wenn der erste Schritt zwei Minuten dauert statt zwei Stunden, melden sich Leute, die sich sonst nicht gemeldet hätten. Mehr macht eine Karriereseite nicht, und weniger sollte sie nicht können.

Das bleibt hängen
  • Anschreiben und Unterlagen sind die größte Hürde am Anfang
  • Ein kurzes Formular am Handy nimmt diese Hürde weg
  • Eigene Fotos und Sätze von Mitarbeitern wirken stärker als Werbetexte
  • Konkrete Angaben schlagen Floskeln: Vier-Tage-Woche, Jobrad, Maschinen
  • Die Unterlagen kommen später, im Telefonat
Florian Wirtherle — Webdesigner aus Alpirsbach
Autor
Florian Wirtherle

Webdesigner aus Alpirsbach im Schwarzwald. Davor sieben Jahre IT-Support, seit 2018 selbstständig: bis 2022 mit einem eigenen Studio für Personaltraining im Rhein-Neckar-Kreis, danach als Berater für andere Coaches. Baut heute Webseiten für kleine Betriebe und Selbstständige. Die ganze Geschichte →

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